Rezension: Das Ende ist erst der Anfang von

Das Ende ist erst der Anfang* von Chandler Baker

Klappentext:

In 23 Tagen wird Lake 18. Dann hat sie die Chance, genau einen Menschen von den Toten auferstehen zu lassen. Ihr behinderter Bruder wäre nach der Auferstehung wieder gesund und sollte Lakes erste Wahl sein. Doch gerade sind ihre beste Freundin und ihr Freund bei einem Unfall ums Leben gekommen. Für wen soll sie sich entscheiden? Ist es überhaupt richtig, Gott zu spielen und über Leben und Tod zu bestimmen? Lake steckt in einem Dilemma, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt …

Quelle Klappentext und Copyright Cover: Thienemann-Esslinger Verlag

Verlag: Thienemann-Esslinger
Seiten: 400 Seiten
Erschienen: Juli 2018
ISBN: 978-3-522-20248-0

Meinung zu Das Ende ist erst der Anfang

Nur kurze Zeit vor ihrem 18. Geburtstag verliert Lake ihre beste Freundin Penny und ihren Freund Will bei einem Autounfall. Doch obwohl Lake an ihrem Geburtstag – wie auch jeder andere Mensch – die Möglichkeit einer Person durch die Resurrection ein neues Leben zu schenken, ist sie in einem größeren Zwiespalt als ohnehin schon. Dann Matt – Lakes Bruder – ist seit einem Umfall Querschnittsgelähmt. Schon seit 5 Jahren wartet er darauf, dass Lake ihm ein neues Leben schenkt, doch diese ist sich plötzlich nicht mehr sicher. Soll sie ihrem Bruder die Gesundheit schenken? Oder sich doch zwischen ihrer besten Freundin und ihrem Freund entscheiden? Und kann sie das überhaupt, sich nur für einen von ihnen entscheiden?

Obwohl die Zukunftsvision in Das Ende ist erst der Anfang äußerst spannend ist und rasch die Neugierde des Lesers erweckt, merkt man recht schnell, dass diese nicht im Vordergrund steht. Denn die Möglichkeit und das Privileg nur einen geliebten Menschen – um eine Explosion der Bevölkerungszahl zu verhindern – von den Toten zurückzuholen wirft viele wichtige Fragen auf, die einen immerzu zum Nachdenken anregen. Denn kann der Mensch solch eine Entscheidung überhaupt treffen? Können wir uns über die Natur erheben und bestimmen, wer ein neues Leben verdient hat und wer nicht? Sind wir in der Lage die Last einer solchen Entscheidung zu tragen und was sind die Dinge, die wir dabei unbedingt berücksichtigen müssen? Sollen wir unsere Familie bei dieser Entscheidung bevorzugen?

Auf die letzte Frage könnte man im ersten Moment vielleicht eine Antwort finden. Natürlich sollte unsere Familie, die Menschen die wir lieben, unsere erste Wahl sein. Doch was passiert wenn die Antwort nicht eindeutig ist? Wenn wir, wie auch Lake, nicht sofort sagen können wer wirklich unsere Familie ist? Denn ihre Eltern fokussieren sich ausschließlich auf ihren Bruder und seine Wünsche, was Lake zwar verstehen kann, ihr aber dennoch das Gefühl gibt, ausgeschlossen zu sein. Und Matt ist seit seinem Unfall – im Gegensatz zu früher – abweisend und hält seine Schwester auf Distanz. Zum Glück hat sie Will und Penny – ihre beiden engen Freunde mit denen sie alles teilt und die für sie mindestens so sehr eine Familie sind, wie ihre Eltern und ihr Bruder.

Völlig hin und her gerissen zwischen dem Unwissen darüber, wie sie sich entscheiden soll und dem Drang das „Richtige“ zu tun in dem sie dem Wunsch ihres Bruders und ihrer Eltern nachzugeben, trifft sie auf Ringo. Dieser versucht sie dabei zu unterstützen ihre Wahl zu treffen, schafft dabei aber etwas ganz anderes. Denn er hilft Lake allem voran dabei, sich selbst zu finden. Besonders Lakes Entwicklung merkt man wirklich sehr, denn obwohl sie immer mehr über die Resurrection zweifelt und ihre Gefühle sie zusehends mehr verwirren, entwickelt sie sich weiter und wird immer stärker. Stark genug um schlussendlich ihre eigene Entscheidung zu treffen.

Fazit

Für mich war Das Ende ist erst der Anfang von Chandler Baker eine gelungene Mischung aus spannender Geschichte und Thematisierung ethischer Fragen, die wir uns durchaus öfter stellen sollten. Die Autorin hat es geschafft mit ihrer ruhigen Erzählweise den Leser nachdenklich zu stimmen und gleichzeitig eine Geschichte zu erschaffen, die fesselnd ist und eine spannende Wendung – mit der ich nicht gerechnet hätte – bereithält.

Bewertung

♥ ♥ ♥ ♥ ♥

*Vielen Dank an den Thienemann-Esslinger Verlag für das Rezensionsexemplar. Meine Rezension wurde dadurch nicht beeinflusst, sondern entspricht meiner tatsächlichen eigenen Meinung!

Kennzeichnung

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