Rezension: Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden – Genki Kawamura

Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden* von Genki Kawamura

Klappentext:

Ein junger Briefträger erfährt überraschend, dass er einen unheilbaren Hirntumor hat. Als er nach Hause kommt, wartet auf ihn der Teufel in Gestalt seines Doppelgängers. Er bietet ihm einen Pakt an: Für jeden Tag, den er länger leben möchte, muss eine Sache von der Welt verschwinden. Welche, entscheidet der Teufel. Der Briefträger lässt sich auf dieses Geschäft ein. Am Tag darauf verschwinden alle Telefone. Am zweiten Tag die Filme, am dritten alle Uhren. Als am vierten Tag alle Katzen verschwinden sollen, gebietet der Briefträger dem Teufel Einhalt. Und macht etwas völlig Überraschendes …

Genki Kawamura stellt in seinem Roman, von dem in Japan über eine Millionen Exemplare verkauft worden sind, die einfache Frage: Was macht ein gutes und erfülltes Leben aus?

Quelle Klappentext und Copyright Cover: C. Bertelsmann Verlag

Verlag: C. Bertelsmann
Seiten: 192 Seiten
Erschienen: April 2018
ISBN: 978-3-570-10335-7

Meinung zu Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden

Der Autor erschafft in diesem Buch eine herrlich melancholische Geschichte, die immer wieder Fragen aufwirt, die einen gar nicht mehr loslassen wollen. Der Schreibstil ist klar und jedes Wort, jeder Satz erfüllt seinen zweck und dient nicht alleine, um die Geschichte auszuschmücken. Das ist auch gut so, denn dadurch kann man sich viel einfacher auf das wesentliche konzentrieren. Denn als der junge Briefträger erfährt, dass er unheilbar Krank ist offenbart ihm der Teufel – der ausgerechnet aussieht wie er selbst – einen allzu verlockenden Deal. Für jeden Tag den er länger am Leben bleiben darf, muss eine Sache von der Welt verschwinden.

Während sich der junge Mann erst für Telefone, dann für Filme und schließlich für Uhren entscheidet, begleitet man ihn auf seinen Erlebnissen in diesen Tagen. Und immer mehr wird dem Protagonisten, als auch dem Leser klar, all diese zusätzliche Zeit ist nur so wertvoll, wie die Erlebnisse und Erinnerungen mit denen man sie füllt. Doch was braucht der Mensch eigentlich, um Glücklich zu sein? Was sind die wirklich bedeutenden Dinge in unserem Leben? Welchen Stellenwert hat die Zeit? All diese Fragen stellen wir uns gemeinsam mit dem Protagonisten.

Doch obwohl die Thematik eine sehr ernsthafte ist, gibt es doch einige Situationen die mich zum Lachen gebracht haben, besonders als Weißkohl – sein treuer Kater – plötzlich anfängt zu sprechen. Der Humor in dieser Geschichte, ergänzt sich perfekt mit der ernsten Thematik und lockert die melancholische Stimmung ein wenig auf, sodass man beim Lesen nicht nur ernst bleibt. Nur um ein paar Seiten später wieder mit Fragen konfrontiert zu werden, die einen über die simpelsten Dinge im Leben nachdenken lassen und den Leser dazu bewegen sich damit auseinanderzusetzen, welche Dinge er im Tausch für sein eigenes Leben aufgeben würde.

Fazit

Vom Beginn an habe ich mir immer versucht vorzustellen wie es denn so wäre – ein Leben ohne die eine oder andere Sache. Welche Dinge wäre ich bereit von der Welt verschwinden zu lassen, um mein eigenes Leben um einen Tag zu verlängern. Aber ganz besonders drängte sich mir die Frage auf, wofür würde ich diese Zeit nutzen? Mit welchen Erinnerungen würde ich sie noch füllen wollen und was sind die wirklich wichtigen Dinge im Leben, die ich noch erleben wollen würde?

Eine tolle Geschichte, die einen auf eine völlig subtile Art und Weise zum Nachdenken anregt. Darüber, dass es im Leben einfach nichts völlig umsonst gibt. Und insbesondere darüber, was wir bereit sind aufzugeben, nur um zu bekommen was wir möchten. Eine Empfehlung für alle, die es gerne ein bisschen melancholischer mögen und die gerne noch lange nach dem Lesen über das Thema eines Buches nachdenken wollen.

Bewertung

♥ ♥ ♥ ♥ ♥

*Vielen Dank an den C. Bertelsmann Verlag und an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar. Meine Rezension wurde dadurch nicht beeinflusst, sondern entspricht meiner tatsächlichen eigenen Meinung!

Kennzeichnung

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