Die Annäherung von Anna Mitgutsch (Rezension)

Die Annäherung* von Anna Mitgutsch

Klappentext von Die Annäherung:

Theo spürt, dass er am Ende seines Lebens angekommen ist. Er ist alt und nun, nach einem Schwächeanfall, auch noch pflegebedürftig. In Gedanken zieht er Bilanz, trauert um seine früh verstorbene erste Frau, erinnert sich an nie mehr wiedergutzumachende Versäumnisse und verliert dabei seine Tochter Frieda und seine jetzige Frau Berta aus dem Blick. Erst die junge ukrainische Pflegerin Ludmila versteht es, sein Herz zu erreichen, sie kommt ihm so nah, wie Frieda es nie war. Und obwohl für Frieda diese Nähe unbegreiflich und schmerzlich ist, erfüllt sie, als Ludmila in ihre Heimat zurückkehrt, den Wunsch des Vaters, sie zurückzubringen. Doch Friedas Reise wird auch zu einer Spurensuche in die Vergangenheit …

Quelle Klappentext und Copyright Cover: btb Verlag

Verlag: btb
Seiten: 448 Seiten
Erschienen: März 2018
ISBN: 978-3-442-71591-6

Meinung zu Die Annäherung

Mit 96 Jahren erledigt Theo einen Schlaganfall, wodurch es ihm Schwierigkeiten bereitet sich mitzuteilen. Das Verhältnis zwischen seiner Tochter Frida und ihm ist sehr distanziert, was insbesondere an seiner jetzigen Ehefrau Berta liegt, die ihn vor ein Ultimatum stellte. Immer mehr verliert Theo seinen Bezug zur Gegenwart und driftet immer wieder in die Vergangenheit ab. Doch dann schafft es Ludmila zu ihm durchzudringen und sein Herz zu erreichen.

Die Geschichte spielt über Zeitraum von etwa einem Jahr, wobei wir Theo während seines letzten Lebensjahres nach seinem Schlaganfall begleiten. Dinge die für Theo früher so einfach waren, fallen ihm immer schwerer und er wird immer angewiesener auf die Hilfe von anderen. Sein Leben lang war er es gewohnt mit nur wenig auskommen zu müssen, als eines von vielen Kindern. Die Ehe mit der Bürgermeistertochter verlief nicht so wie er es sich erwünscht hätte. Als Wilma starb, war seine Tochter Frida gerade in der Pubertät und so gar nicht begeistert, als er später Berta – später seine zweite Ehefrau kennenlernte. Für Frida war es nicht nachvollziehbar, wie er so bald nach dem Tod ihrer Mutter, eine neue Frau in sein Leben lassen konnte.

Noch immer fällt es allen Beteiligten schwer, alte Verhaltensweisen abzulegen und sich den Gewohnheiten zu entziehen. So kann Theo seine Abweisende Art seiner Tochter gegenüber nicht abschütteln und auch Frida kann ihren Fokus auf die Frage nach der Schuld ihres Vaters nicht lösen. Schon seit ihrer Jugend beschäftigen sie die Gedanken nach der Schuld ihres Vaters während des Krieges. Nachdem Theo aus dem Krankenhaus heimkehrt, beginnt seine Pflege Berta immer mehr zu überfordern. Als sie dann selbst in Krankenhaus muss, bitten sie Frida sich um ihren Vater zu kümmern.

Diese zögert nicht lange und hofft dadurch eine Chance auf eine Annäherung mit ihren Vater erreichen zu können. Außerdem wünscht sie sich endlich die Wahrheit zu erfahren.  Darüber welche Dinge ihr Vater im Krieg getan hatte, welche Schuld auf seinen Schultern lastete. Sie war schon immer überzeugt, dass es nur Schwarz und Weiß, nur Richtig und Falsch gab. Konnte und Wollte die Schattierungen der Wahrheit nicht sehen, während sich Theo immer mehr vor ihr verschloss. Als Beate wieder heimkehrt sieht sich das Ehepaar gezwungen eine Pflegerin zur Hilfe zu holen.

Ludmila kann durch ihre Unvoreingenommenheit gut mit Theo umgehen und schafft es ihn die Fürsorglichkeit spüren zu lassen. Immer mehr beginnt Theo Ludmila zu vertrauen, so dass er sich auch ihr gegenüber zu öffnen beginnt. Doch Berta sieht dies nicht gerne und holt eine neue Pflegerin zu ihnen, mit welcher sie besser umgehen kann. Doch Theo hat mit dem Abschied von Ludmila hart zu kämpfen und bittet schließlich Frida, diese wieder zurückzuholen. Und Frida möchte ihn diesem Wunsch auch erfüllen.

 

Fazit

Anna Mitgutsch bringt die Protagonisten ihres Buches so nahe an den Leser, dass man das Gefühl hat die Geschichte mit ihnen zusammen zu erleben. Ihr Schreibstil ist wirklich auf eine bemerkenswerte Weise einnehmend und lässt den Leser nicht mehr los. Die Annäherung ist eine intensive Geschichte über Distanz und den Versuch diese zu überwinden.

Bewertung

♥ ♥ ♥ ♥ ♥

*Vielen Dank an den btb Verlag und an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar. Meine Rezension wurde dadurch nicht beeinflusst, sondern entspricht meiner tatsächlichen eigenen Meinung!

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